Lebensmittelverschwendung

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Lebensmittelverschwendung
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Lebensmittelverschwendung: 10 Tipps für weniger Essen im Müll

Lebensmittelverschwendung ist ein ernst zu nehmendes Thema. Laut Statistiken werden nur etwa die Hälfte aller produzierten Lebensmittel auch wirklich gegessen. Ungefähr eine Milliarde Tonnen an Essen landet jährlich im Müll. Dabei handelt es sich nicht nur um eine große Verschwendung von Nahrung, sondern auch um höhere Kosten. Dies fängt bei Wasser an und endet beim Treibstoff für Pflanzendünger. Demzufolge entsteht ein größerer Treibhauseffekt. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, denen kaum Nahrung zur Verfügung steht. Gegen diese Art von Lebensmittelverschwendung kann jeder etwas machen. Mit den folgenden 10 Tipps und Tricks gelingt ein besseres Management mit den eingekauften Lebensmitteln.

Mindesthaltbarkeitsdatum beachten

Auf der Verpackung eines jeden Lebensmittels lässt sich ein Mindesthaltbarkeitsdatum finden. Viele Konsumenten sind der Meinung, dass beim Überschreiten des Datums die Lebensmittel schlecht werden und nicht mehr genießbar sind. Dementsprechend wird es zuhause in den Müll geworfen. Allerdings ist das nicht richtig. Das Wort „mindestens“ bedeutet, dass die Lebensmittel auch nach Ablauf noch für einige Tage genießbar sind. Manche Produkte können sogar noch Wochen nach Ablauf gegessen und verarbeitet werden. Es macht also durchaus Sinn das Produkt genauer durchzulesen, um unnötige Lebensmittelverschwendung vermeiden zu können.

In Maßen einkaufen

Darüber hinaus sollten sich beim Einkauf Limits gesetzt werden. Viele Menschen kaufen zu viel ein und wissen am Ende des Monats nicht mehr wohin mit dem ganzen Zeug. Gegen eine Lebensmittelverschwendung hilft auch weniger einkaufen, sofern es nicht benötigt wird. Infolgedessen macht es durchaus Sinn sich vor dem Einkauf mit dem notwendigen Bedarf zu beschäftigen. Vor allem Obst, Gemüse, Fleisch oder andere Frischwaren sind nicht besonders lange haltbar und sollten relativ schnell nach dem Einkauf verbraucht werden. Das gilt auch für Beeren, Pilze sowie Brokkoli. Je gezielter die Lebensmittel eingekauft werden, desto weniger landen letztendlich im Müll.

Lebensmittel nach Saison einkaufen

Ein weiterer Tipp gegen Lebensmittelverschwendung ist der Zeitpunkt des Einkaufs. Manche Produkte wie Obst und Gemüse werden nur an speziellen Monaten im Jahr angeboten. Wer Obst sowie Gemüse nach der Saisonzeit einkauft, tut etwas Gutes für die Umwelt und das Klima. Saisonale Produkte aus der Region halten nicht nur länger, sondern sind auch um einiges gesünder. Produkte aus anderen Ländern können während des Transports beschädigt werden. Zum Teil kann das Gemüse oder Obst auch kaputtgehen. In Deutschland gibt es unterschiedliche Orte, an dem je nach Saison entsprechende Produkte angebaut werden.

Saisonales Gemüse
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Apps als Unterstützung gegen Lebensmittelverschwendung

Das Smartphone ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Da die Lebensmittelverschwendung ein ernstes Thema ist, gibt es mittlerweile auch Apps dafür. Ein gutes Beispiel ist die „App Too Good To Go„. Sie soll unter anderem gegen die Verschwendung von Lebensmitteln helfen. Das Prinzip ist relativ schnell und einfach erklärt. Auf dieser oder anderen ähnlichen Apps melden sich Restaurants, Cafes oder Imbisse an und stellen dort ihre überschüssigen Speisen vom Tag zur Verfügung. Meist sind die Preise deutlich günstiger, da die Lebensmittel sonst in den Müll geworfen werden. Mit einem Klick kann der Kunde die Gerichte online reservieren und später abholen.

Alles aufessen

Schon als Kind sollte man seinen Teller immer vollständig aufessen. Nicht nur um groß und stark zu werden, sondern auch um etwas gegen die Lebensmittelverschwendung zu unternehmen. Fürs Kochen gilt der gleiche Fall wie fürs Einkaufen: Es sollte nur so viel zubereitet und gekocht werden, das auch wirklich gegessen wird. Wer seinen Teller komplett aufisst, wird auch in seiner Mülltonne keine Reste von Lebensmitteln finden. Nichtsdestotrotz kann es vorkommen, dass trotzdem etwas übrig bleibt. In diesem Fall empfiehlt es sich den Rest für den nächsten Tag im Kühlschrank aufzubewahren. Dadurch entsteht ein Fertiggericht, welches später gegessen werden kann.

Restlichen Lebensmittel kreativ verarbeiten

Angebrochene Lebensmittel sind praktisch in jedem Haushalt wiederzufinden. Egal ob es sich um eine gelbe Banane oder eine halbe Zucchini handelt. Im Grunde genommen gibt es immer etwas, welches nur zum Teil gegessen wird. Doch auch übriggebliebene Lebensmittel müssen nicht in den Müll geworfen werden, sondern können genauso gut verwertet werden. Gerade leicht welke Lebensmittel eignen sich ideal dafür und können nahezu immer in etwas anderes verwertet werden. In einem Pizzabelag, einer Suppe oder einem Smoothie wird kein Mensch erkennen, ob es sich um eine ganze oder halbe Nahrung handelt. Die Variante ist insbesondere Menschen mit viel Kreativität zu empfehlen.

Unattraktives Gemüse nicht ignorieren

Ein Klassiker bei der Lebensmittelverschwendung ist Gemüse, welches sich optisch von den anderen Sorten unterscheidet. Schlecht aussehendes oder hässliches Gemüse wird oft ignoriert oder einfach in den Mülleimer weggeworfen. Schon vor dem Eintreffen im Supermarkt landet ein Großteil von ihnen bereits im Müll. In Deutschland sind das etwa 2 Millionen Portionen an Gemüse, die jährlich aussortiert werden. Generell erwarten die Verbraucher von ihren Handelsketten Produkte, die makellos und ohne Fehler sind. Gemüse, welches von der Norm abweicht, wird schnell entsorgt, obwohl es genauso gesund ist. Doch nicht nur das Aussehen, sondern auch die Form und die Einheitsgröße sind Kriterien zur Bewertung. Auch krumme Karotten oder Gurken sind gesund. Zudem sind sie des Öfteren billiger aufgrund ihrer Optik.

krumm gewachsene Karotten porträtiert
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Schnäppchen in Gruppen verzerren

Auf dem Lebensmittelmarkt gibt es Tag für Tag neue Preise und Sonderangebote. Sie sollen die Käufer zum Kauf anregen. Derartige Angebote können viel Geld sparen oder auch nicht. Wichtig ist es bei den Sonderangeboten nicht zu übertreiben. Am Schluss landet etwa die Hälfte im Müll, da es zu viel war. Allerdings gibt es dagegen eine ansprechende Lösung. Sollte im Kühlschrank zu viel an Lebensmitteln übrig sein, empfiehlt sich das Teilen mit Freunden oder anderen Personen. Freunde, Nachbarn oder Kollegen sind die richtige Ansprechstation. Je mehr, desto besser. Dadurch kann die Verschwendung an Lebensmitteln gering gehalten werden und es macht zusätzlich noch Spaß mit den Freunden zu kochen.

Richtige Lagerung

Sehr wichtig bei der Aufbewahrung von Lebensmitteln ist eine richtige Lagerung. Die Art der Lagerung hat erheblichen Einfluss auf die Haltbarkeit der Produkte. Insbesondere Kartoffeln und Zwiebeln fühlen sich an dunklen und kalten Orten wohler. Nahrungsmittel wie Zitrusfrüchte oder Tomaten sind anfällig gegen Kälte. Frische Waren wie Spinat, Milchprodukte oder Salat gehören gleich in den Kühlschrank. Abhängig von den Lebensmitteln muss auch die Temperatur im Kühlschrank oder in der Gefriertruhe passen. Diese kann je nach Produkt unterschiedlich ausfallen.

Frau am Kühlschrank
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Essen teilen

Der letzte Punkt gegen die Lebensmittelverschwendung befasst sich mit dem Foodsharing. Wie oben bereits landen etliche Lebensmittel im Mülleimer der Deutschen. Allerdings sollten die restlichen Lebensmittel nicht weggeworfen werden. Viel besser ist das Sharing und Teilen des Essens. Es gibt unterschiedliche Plattformen im Internet, auf denen man kostenlos Essen anbieten oder bekommen kann. Das Angebot richtet sich sowohl an Händler, Hersteller sowie Privatpersonen. In vielen größeren Städten gibt es sie bereits.

Fazit

Lebensmittelverschwendung wird oft nicht ernst genommen und von den Betroffenen ignoriert. Dennoch steckt so viel Potential in dem weggeworfenen Essen. In manchen Ländern gibt es permanente Hungersnot wohingegen in anderen Ländern ein Überschuss herrscht. Auch in den Haushalten wird vieles an Lebensmitteln verschwendet. Sei es das Aussehen oder das Mindesthaltbarkeitsdatum, in Deutschland werden pro Jahr mehr als 1 Milliarde an Nahrungsmittel weggeworfen. Um die Lebensmittelverschwendung einzudämmen, gibt es unterschiedlichen Methoden. Zum Beispiel sollte nur so viel gekauft werden was auch benötigt wird. Restliches Essen kann eingefroren werden oder in eine Suppe verwandelt werden. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Unter Berücksichtigung der oben genannten Tipps werden unterm Strich viel weniger Lebensmittel weggeworfen.