10 Tipps wie man ein Haushaltsbuch führen sollte

136
Haushaltsbuch führen
© PhotoSG / Fotolia.com




Warum sollte man ein Haushaltsbuch führen?

Zu finanziellen Engpässen kann es immer mal kommen. Wenn diese nur temporärer Natur sind und man vernünftig mit seinem Geld haushalten kann, dann ist die Krise meistens auch schnell wieder überwunden. Hat man allerdings kontinuierlich Probleme im Umgang mit dem Geld, dann sind finanzielle Probleme die logische Konsequenz. Schulden entstehen, wenn die monatlichen Ausgaben die Einnahmen dauerhaft übersteigen. Die Schuldenspirale dreht sich zunächst langsam und dann immer schneller. Hat sie erst mal richtig Fahrt aufgenommen, findet der Schuldner nur schwer wieder raus. Der Dispo wächst, die Bank will immer mehr Zinsen und die Rechnungen stapeln sich. Monat für Monat hat man immer weniger Geld zum Leben zur Verfügung und es ist kein Wunder, wenn der Überblick über die Finanzen irgendwann vollkommen verloren geht. Damit das nicht passiert, sollte man ein Haushaltsbuch führen. So hat man seine Finanzen stets im Blick und weiß ganz genau, wie viel Geld man im Monat zur tatsächlichen Verfügung hat.
Haushaltsbuch führen
© PhotoSG / Fotolia.com

10 Tipps wie man ein Haushaltsbuch führen sollte

Ein Haushaltsbuch führen ist sehr hilfreich, wenn man Schulden abbauen möchte. Seine monatlichen Einnahmen und Ausgaben in einem Haushaltsbuch festzuhalten, ist ein guter Ratschlag und längst kein Geheimtipp mehr. Obwohl das im Prinzip auch jeder weiß, führen es aber die wenigsten. Einige fragen sich, was das bringen soll? Sie scheuen die Arbeit und unterschätzen die Effizienz, die dahintersteckt. Oder aber sie würden gerne ein Haushaltsbuch führen, wissen aber nicht wie das geht.

Tipp 1: Die Vorteile eines Haushaltsbuchs erkennen

Es ist immer einfacher Menschen zu etwas zu bewegen, wenn man ihnen den Sinn erklärt, der dahintersteckt. Ein Haushaltsbuch führen macht zwar Arbeit, doch schlussendlich profitiert man auch sehr davon! Wie das? Nun, wer seine monatlichen Fixkosten und laufenden Ausgaben kontinuierlich aufschreibt und sein Einkommen gegenrechnet, hat folgende Vorteile:

  • Wiedergewinnung der Kontrolle über die Finanzen. Schulden können möglicherweise eher getilgt werden.
  • Erkennen der finanziellen Grenzen und Anpassung des Konsumverhaltens. Unnötige Ausgaben werden erkannt und minimiert.
  • Mehr finanzielle Planungssicherheit. Man ist besser vorbereitet auf seine Rechnungen und kann zeitig Rücklagen bilden, um diese begleichen.
  • Die eigenen Finanzen erhalten die totale Transparenz. Das Haushaltsbuch führen über einen längeren Zeitraum ermöglicht die Erstellung einer Jahresbilanz.

Tipp 2: Die Art der Haushaltsbuchführung wählen

Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten um ein Haushaltsbuch zu führen. Wer in Excel bewandert ist, legt sich zum Beispiel eine Tabelle an. Oder man lädt sich ein entsprechendes Desktop-Tool auf den PC oder eine Haushaltsbuch-App auf sein Smartphone (dazu später mehr) und führt das Haushaltsbuch digital oder man führt es ganz klassisch in Papierform und schreibt seine Einnahmen und Ausgaben handschriftlich auf. Man sollte sich für die Form entscheiden, die einem am besten liegt.

Tipp 3: Das gehört hinein

Fertige Desktop-Anwendungen für den PC oder Smartphone-Apps haben vorgefertigte Kategorien, die man zumeist noch erweitern oder abändern kann. Wer sein Haushaltsbuch mittels Excel oder in Papierform führt, teilt dieses zunächst in die 12 Kalendermonate auf. Sämtliche Einnahmen und Ausgaben werden in die entsprechenden Kategorien eingetragen und zwar alle fortlaufenden und in Intervallen auftretenden Transaktionen.

Beispiel

  • Einnahmen: Gehalt, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld
  • Monatliche Fixkosten: Miete, Strom, Gas, Fitnessstudio, Pay-TV, Telefon & Internetkosten, Leasing- und Kreditraten, Mobilitätskosten (Benzin, Monatskarte, etc.)
  • Variable Kosten: Versicherungsbeiträge, Kfz-Steuer, Rundfunkgebühren
  • Außergewöhnliche Kosten: Neuanschaffungen, Reparaturen, Urlaub
  • Veränderliche Kosten: Lebensmittel (Einkauf), Lebensmittel (unterwegs), Hygieneartikel, Haushaltsartikel, Freizeit & Hobby, Kleidung, Medikamentenkosten, Geschenke, Urlaub, Sonstiges

Diese Kategorien sind nur ein allgemeiner Vorschlag. Selbstverständlich kann man sie nach Belieben erweitern. Natürlich gilt: Je detaillierter, desto besser!

Tipp 4: Nach einem Monat …

… kann man bereits die erste Bilanz ziehen. Vorausgesetzt natürlich, man hat zuvor sämtliche Einnahmen und Ausgaben akribisch genau ins Haushaltsbuch eingetragen. Der eine oder andere der sich am Monatsende die Frage stellt, wo denn sein ganzes Geld hin ist, bekommt nun die Antwort. Gönnt man sich jeden Morgen vor der Arbeit einen großen Kaffee für 2,20 € und zwei Croissants zu je 1,80 € an der Tankstelle, sind das bei 22 Arbeitstagen stolze 127,60 Euro im Monat. Viel Geld, dass man sich sparen kann. Und das ist nur ein Beispiel von womöglich vielen.

Monatliche Finanzierungslücke
© Jeanette Dietl / Fotolia.com

Tipp 5: Einsparpotential erkennen & Ausgaben reduzieren

Ein Haushaltsbuch führen macht also schon nach dem ersten Monat sehr viel Sinn. Man hat es nun „schwarz auf weiß“, wo das Geld hinfließt. Und aller Wahrscheinlichkeit nach versickert sehr viel mehr davon in irgendwelchen Kanälen, als man bisher angenommen hat. Also sollte man prüfen, wo man sinnlos Geld ausgibt und diese unnötigen Ausgaben reduzieren.

Tipp 6: Muster erkennen und Konsumverhalten ändern

Brauche ich das wirklich? Wenn ich mir das jetzt kaufe: Wird mich das auf Dauer glücklich machen oder nur für einen Moment? Gibt es eine günstigere Alternative dazu? Jedesmal wenn man Geld ausgeben will, sollte man sich diese Fragen stellen. Um es vorwegzunehmen: Die Antwort lautet meistens: Nein! Was auf Dauer nicht glücklich macht, macht einen auf Dauer unglücklich. Übertriebenes Konsumverhalten führt zu Schulden und Schulden machen unglücklich. Ein Haushaltsbuch führen macht nur dann Sinn, wenn man auch gewillt ist, Muster falschen Konsumverhaltens darin zu erkennen.

Laptop mit Geldscheinen
© Olaf Wandruschka / Fotolia.com

Tipp 7: Langfristige Finanzplanung und Budgets erstellen

Nach einem Monat Haushaltsbuch führen hat man bereits einen besseren Überblick über seine Ausgaben. Doch damit ist es nicht getan. Nun sollte man sich dransetzen und eine langfristige Finanzplanung für ein ganzes Jahr erstellen. Dazu trägt man alle voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben für ein ganzes Jahr ein und erstellt sich anhand der finanziellen Möglichkeiten entsprechende Budgets für die jeweiligen Kategorien. Wenn im August beispielsweise die Autoversicherung abgebucht wird, dann trägt man diesen Posten im Haushaltsbuch für den August ein und berücksichtigt diese Abbuchung bei seiner Finanzplanung.

Tipp 8: Die Einnahmen steigern

Wenn am Monatsende kein Geld mehr auf dem Konto ist, dann hat das meistens zwei Gründe: Man verdient zu wenig oder man verdient ausreichend, gibt aber zu viel aus. In vielen Fällen ist sogar beides der Fall und man lebt einfach weit über dem, was die finanziellen Verhältnisse eigentlich hergeben. Möglicherweise gibt das Haushaltsbuch einem auch zu erkennen, dass nur wenig Einsparpotential vorhanden ist und dass man einfach nur zu wenig verdient. In diesem Fall ist es plausibel, sich vielleicht vorübergehend noch einen Nebenjob zu suchen um die Einnahmen zu steigern. Zumindest so lange, bis die finanzielle Misere wieder abgeklungen ist.

Announce: suche Nebenjob
© kamasigns / Fotolia.com

Tipp 9: Eine Jahresbilanz ziehen

Ein Haushaltsbuch führen macht sehr viel Sinn, denn meistens kann man schon nach den ersten Monaten einen positiven Trend seiner Finanzen feststellen. Hat man sein Haushaltsbuch gewissenhaft über ein ganzes Jahr geführt, kann man Jahresende eine Bilanz ziehen und prüfen, in welchen Bereichen man zu viel Geld ausgegeben hat. Bei einer voraussichtigen Finanzplanung und strikteren Budgetierung wird man einfach mehr Geld zur Verfügung haben.

Tipp 10: Haushaltsbuch führen mittels Smartphone-App

Wir leben in der Zeit hochmoderner Technik und der Digitalisierung. Das bringt natürlich Vor- und Nachteile mit sich. Einen immensen Vorteil bieten uns das Smartphone sowie die vielen nützlichen Apps, die man sich teilweise kostenfrei runterladen kann. Ein digitales Haushaltsbuch führen mittels einer App aus dem Store bietet sich geradezu an. Sein Smartphone hat man immer dabei und das hat den Vorteil, dass man seine Ausgaben sofort eintragen kann. Wenn man sich das zur Angewohnheit macht und nichts vergisst, ist die Haushaltsbuchführung viel genauer und ermöglicht eine bessere Kontrolle. Doch Vorsicht Kostenfalle: Teuer heißt nicht immer gut! Man muss nicht zwingend viel Geld ausgeben. Es gibt eine Vielzahl kostenloser Apps, deren Funktionalität den Kostenpflichtigen in nichts nachsteht.

Haushaltsbuch führen: Fazit

Das Haushaltsbuch lebt mit dem Vorurteil, es sei nur was für Menschen, die nicht mit Geld umgehen können. Das ist so aber nicht ganz richtig. Paradoxerweise sind es eher finanziell gut aufgestellte Menschen, die ein Haushaltsbuch führen anstatt derer, die es dringend tun sollten. Ein kluger Mensch lernt von anderen. Aus ihren Fehlern und ihren Erfolgen. Warum haben manche Geld und manche nicht? Weil die einen damit umgehen können und die anderen eben nicht. Mit dem Haushaltsbuch es ein wenig wie mit dem Weight-Watchers-Prinzip. Dort haben alle Lebensmittel bestimmte Punkte. Über den tag verteilt schreibt man alle Mahlzeiten auf, addiert die Punkte und achtet darauf, seine Tagespunktzahl nicht zu überschreiten, wenn man abnehmen will. Im Endeffekt trainiert man sich so auf Dauer ein gesunddes Essverhalten an. So ähnlich ist es auch mit dem Haushaltsbuch. Man lernt den gesunden Umgang mit Geld!