10 Tipps für gesundes Fasten

65
10 Tipps für gesundes Fasten
©K.C./ Fotolia.com

10 Tipps für gesundes Fasten

Unter fasten versteht man die freiwillige Enthaltung von allen oder gewissen Nahrungsmitteln (Speisen und/oder Genussmitteln) über eine bestimmte Zeitspanne hindurch.

Hierbei zährt der Organismus von seinen Reserven und es werden Stoffwechselschlacken, kranke Zellen, Krankheitskeime und deren Gifte aus dem Körper ausgeschieden. Sowohl der Blutumlauf als auch Verbrennungsprozess werden in dieser Zeit gesteigert. Körpereigene Eiweißzerfallstoffe werden frei und regen als Reize die Abwehr an und somit auch die Heilfähigkeit des Körpers.

Doch fasten ist nicht gleicht fasten. Es gibt unterschiedliche Fastenkuren, die allesamt verschiedene Ziele verfolgen.

Anhänger Fastenzeit
© Trueffelpix / Fotolia.com

Das Heilfasten

Beim Heilfasten wird – für einen bestimmten Zeitraum – voll und ganz auf Nahrungsaufnahme verzichtet. Ausschließlich Flüssigkeit wird dem Körper in dieser Zeit zugeführt. Dies dient dazu, die Energie, die normalerweise für die Verdauung benötigt wird, einzusparen und der Selbstheilungs- und Entgiftungsprozesse zu aktivieren.

Einerseits ist das Heilfasten überaus gesund, doch kommt es fallweise auch zu Nebenwirkungen, die durch den Kalorienverzicht auftreten können. Diese sind unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwäche- und Hungergefühle.

Mit Heilfasten können erfolgreich Verdauungsbeschwerden, Stoffwechselstörungen, Rheuma, Gicht, manchmal Diabetes, Migräne, Darmträgheit, Drüsenschwellungen, Arterienverkalkungen, Hauterkrankungen, hoher Blutdruck, Asthma, Nieren- und Gallensteine bekämpft werden.

Wichtig: Keinesfalls heilfasten dürfen jene Menschen, mit Schilddrüsenerkrankungen, schweren Organerkrankungen, Tuberkulose, Tumorleiden, Baseowsche Krankheit, Kräfteverfall, psychischen Erkrankungen, Geschwülsten und Essstörungen sowie akuten Infektionen. Auch sollen Kinder, Senioren sowie Schwangere und Stillende vom Heilfasten Abstand nehmen.

Das Heilsaftfasten

Heilsaftfasten erfreut sich seit den 1990er Jahren an wachsender Beliebtheit. Eine Rohsaftkur gilt als „milde Fastenkur“. Die Kurdauer sollte maximal drei Wochen dauern. Besonders gegen Herz- und Kreislaufstörungen ist das Saftfasten sehr wirksam. Es werden durchschnittlich dreiviertel Liter Obst- und Gemüsesäfte verwendet – wenn möglich aus biologischem Anbau, frisch gepresst. Diese auf 3 Portionen aufteilen und über den Tag verteilt zu sich nehmen.

Wichtig: Ohne ärztliche Aufsicht sollte diese Kur nicht durchgeführt werden.
Nach der Kur langsam wieder zur Normalkost übergehen.

Das Basenfasten

Bei einer Basenfastenkur verzichtet man nicht gänzlich auf Nahrung, sondern nur auf Lebensmittel und Stoffe, die dem Stoffwechsel durch seine Säure schwächen und schaden können. Diese Lebensmittel sind alle tierischen Produkte (wie Milch, Eier, Fleisch und Wurst) sowie alles, was künstlich-zugesetzten Zucker enthält.

Ebenso sind bei einer Basenfastenkur Alkohol, Nikotin und Kaffee tabu. Der große Vorteil der Basenfastenkur ist, dass man nicht hungern muss, sondern sich weiterhin satt essen kann. Man entsäuert, entschlackt und nimmt ganz nebenbei damit auch noch ab.

Während der Fokus beim Heilfasten also eher auf der reinen Entgiftung und Selbstheilung liegt, so konzentriert sich eine Basenfastenkur eher auf die Entsäuerung des Körpers. Während einer Woche Basenfasten werden täglich drei rein basische Mahlzeiten zu sich genommen und täglich 2,5 bis 3 Liter Quellwasser und Kräutertees getrunken.

Beide Fastenformen sind hochwertige Kuren, die dabei helfen können die Gesundheit auf natürliche Weise wieder herzustellen. Meiner Auffassung nach ist eine Basenfastenkur leichter durchzuführen und durchzuhalten als eine Heilfastenkur, ganz einfach weil man weiterhin etwas essen kann und dem Körper weniger zugemutet wird. Daher würde ich als Fastenanfänger erst eine Basenfastenkur durchführen und langfristig meine Ernährung umstellen, um dann zu einem späteren Zeitpunkt eine Heilfastenkur zu machen.

Vorteile des Fastens

In Tierversuchen wurde längst bewiesen, dass sich durch das Fasten die Lebenserwartung erhöht und der Alterungsprozess verlangsamt wird. Bei einem stationären 3-wöchigen Fasten wurde in Toledo 2003 ein Verjüngungseffekt sowie eine Reduktion des „Funktions“-Alters von ungefähr sechs Jahren festgestellt.

Fasten ist damit eine ideale Anti-Aging-Kur. Der Körper wird dadurch in eine Art Winterschlaf versetzt, die Körpertemperatur geht um bis zu 1 Grad zurück und der DHEA-Hormonspiegel steigt an. Des Weiteren senkt periodisches Fasten auch das Risiko an Alzheimer zu erkranken.

10 Tipps für gesundes Fasten

1. Den richtigen Zeitpunkt wählen

Fasten hat viel mit Körperbewusstsein, Entschleunigung und Erdung zu tun. Daher ist es ratsam, wenn man in dieser Zeit zur Ruhe kommt – am idealsten ist es jedoch, wenn man schon davor zur Ruhe gekommen ist. Deshalb bieten sich Urlaube besonders gut für eine Fastenkur an. Wer sich jedoch nicht die ganze Zeit frei nehmen kann, sollte seinem Arbeitsalltag am besten am vierten Fastentag wieder nachgehen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Körper im Anpassungsmodus und hat sich schon ein wenig an den Nahrungsentzug gewöhnt.

2. Für den idealen Start sorgen

Wer sich bereits vorab auf das Fasten einstimmen möchte, kann dies mit kalorienreduzierter Nahrung – möglichst ohne Fleisch – tun. Stattdessen ausschließlich leicht verdauliche Speisen zu sich nehmen wie pürierte Suppen, (gedünstetes) Gemüse, Salate, Obst (Frischkost), Vollkornprodukte und Kaffee, Alkohol und Zigaretten meiden – so gelingt ein guter Einstieg ins Fasten leichter, als wenn man direkt damit loslegt.

3. Viel trinken

Wichtig für den Kreislauf – um diesen in Schwung zu halten – und die Reinigungsprozesse zu unterstützen und fördern, ist es wichtig, auf die Zufuhr von reichlich Flüssigkeit zu achten.

junge frau trinkt ein glas wasser
© Picture-Factory / Fotolia.com

4. Zeit zum Essen nehmen

Atmen Sie tief durch und genießen Sie jeden Bissen den Sie essen. Es ist wichtig, dass Sie langsam und genussvoll essen. Sich bewusst machen, was Sie essen. Ablenkungen durch Handy, Zeitung oder Fernsehen sollten Sie dabei bestenfalls so gut es geht vermeiden.

5. Sättigungsgrenze neu entdecken

Bewusst Essen heißt mit unserem Körper in Verbindung zu sein. Beim Fasten ist ab sofort weniger essen angesagt. Dafür ist es umso wichtiger, extra-gut zu kauen und bewusst zu essen. Durch bewussteres essen gäbe es sicherlich 25-50 Prozent weniger Darmstörungen – da sind sich Ärzte und Diätologen einig.

6. Hygiene

Der Körper scheidet während der Fastenkur eine hohe Menge an Giftstoffen aus über Darm und Blase aus. Aber die Haut, die Schleimhäute im Mund und sogar die Zunge können als körperlichen Ausgang für Giftstoffe fungieren.

Doch nicht jeder Mensch, der fastet, bekommt zwangsläufig Mundgeruch. Raucher sind zwar häufiger als Nichtraucher vom Mundgeruch betroffen, doch kann dies nicht verallgemeinert werden.

Durch diesen auftretenden Mund- und Körpergeruch kommt, sollte besonders in dieser Zeit besonders gut auf Hygiene geachtet werden.

7. Auf Entspannung achten

Im Zusammenhang des Fastens ist es besonders sinnvoll und effektiv, Stressfaktoren gering zu halten oder gar zu eliminieren. Elementare Bestandteile im Fasten sind Körperwahrnehmungsübungen, Entspannungsverfahren, Atem- und Achtsamkeitsübungen sowie Körperarbeit im erweiterten Sinne bis hin zur Meditation. Egal ob in Form von Progressiver Muskelentspannung (nach Jacobson), Autogenem Training, Körper-Reisen (auch „Body-scan“ genannt), kinästhetische Übungen, Fantasiereisen, (Klangschalen-)Meditation, Yoga, Atemtübungen, Feldenkrais, Alexander-Technik, Tai-Chi oder Qi-Gong: Alle Methoden tragen – unter fachkundiger Anwendung – in der Zeit des Fastens wesentlich einer Entspannung sowie einem „Neu-Erleben“ des eigenen Körpers bei.

Frau praktiziert Yoga
© alfa27 / Fotolia.com

8. Die Nebenwirkungen im Griff haben

  •  Bei Kopfschmerzen: Für ausreichend frische Luft und genügend Flüssigkeitszufuhr sorgen.
  • Bei Frösteln und Frieren: eine Wärmflasche, Wechselduschen, heiße Fußbäder machen und heißen Tee trinken (der wärmt von innen)
  • Bei Schwindel und Müdigkeitsanfällen: Langsam in den Tag starten am besten mit Yoga oder sanften Gymnastikübungen. Viel Bewegung an der frischen Luft, ruhig und bewusst atmen.
  • Bei Magenbeschwerden und auftretendem Sodbrennen: Leinsamenbrei oder Iberogast Tropfen (ein rein pflanzliches Tonikum aus der Apotheke)
  • Bei auftretendem Heißhunger: Kaugummi kauen? Nein, dem sollten Sie nicht nachgehen – das Kauen regt nur noch mehr den Appetit an. Stattdessen sich besser ablenken.

9. Bewegung, Bewegung, Bewegung

Bewegung regt die Durchblutung an, welche für die Ver- und vor allem Entsorgungsmechanismen des Gewebes von Bedeutung ist. Daneben kommt es zur gesteigerten Elimination saurer Stoffwechselmetabolite über die Lungen und dadurch kann der Sauerstoffmehrbedarf für die Fettverbrennung besser gedeckt werden.

Bewegung schützt sowohl Skelett- als auch Herzmuskulatur vor übermäßiger Proteolyse, und führt zu einer Blutdruckstabilisierung und angenehmen Wärmeentwicklung.

Bewegungs- und Entspannungsübungen die das Fasten ideal untertstützen sind: kreislaufanregende Bewegungen am Morgen, Wandern, meditieren, Massagen, Atem- und Yogaübungen oder Pilates. Alle genannten Bewegungsmöglichkeiten, führen zu einer deutlichen Stimmungsaufhellung durch die Ausschüttung von Endorphinen.

Gymnastik zur Unterstützung beim Fasten
© drubig-photo / Fotolia.com

10. Weiterer Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Süßigkeiten

Heilfasten ist eine Auszeit vom Essen und bestenfalls auch vom Stress des Alltags. Es unterstützt, alte, ungesunde Verhaltensweisen und Gewohnheiten zu überdenken, zu ändern und sie bestenfalls hinter sich zu lassen.

Durch das Weglassen von Genussgiften und seelischen Belastungen hilft man Körper und Seele bei der Regeneration. Damit sich die alten Essgewohnheiten nicht wieder einschleichen, empfiehlt es sich, einen Entlastungstag in den Alltag einzubauen. Ab und zu mal einen Frischkosttag mit Obst oder Reis einlegen. Solche Tage sind der ideale Ausgleich zu Tagen, an denen wir gesündigt haben und führen zurück zu einem bewussten Umgang mit Lebensmitteln.