10 japanische Tipps für ein langes Leben

163
Langes Leben
© twinsterphoto / Fotolia.com




10 japanische Tipps für ein langes Leben

Mit durchschnittlich 85 Jahren haben Japaner die weltweit höchste Lebenserwartung. Der Klub der 100-Jährigen verbucht immer mehr Mitglieder. Doch was ist das Rezept für ein langes Leben und welche Tipps sollte man sich von den Japanern abschauen?

Langes Leben
© twinsterphoto / Fotolia.com

1. Trinken Sie viel grünen Tee

Dass grüner Tee jede Menge Antioxidantien enthält, wird hierzulande immer bekannter. In Japan ist die Begeisterung für Teezeremonien schon lange präsent. Man trinkt ihn morgens, mittags, abends, mal warm und mal kalt, mal aus edlen Porzellantassen oder unterwegs aus einem Becher.
Zu den wichtigsten Eigenschaften gehört, dass grüner Tee sehr reich an Vitaminen und Flavonoiden ist, die uns vor viele Krankheiten wie Karies, Krebs, Bluthochdruck oder Arteriosklerose schützen können. Sie sind gut für die Figur, regulieren den Blutzuckerspiegel und fördern die Entgiftung des Körpers – perfekt für ein langes Leben!
Die Matcha-Pflanze wird liebevoll behandelt und vor der Ernte etwa zwei bis vier Wochen von den Teebauern beschattet. Dadurch bilden sich besonders viel Chlorophyll und bestimmten Aromastoffe, die positiv für die Zellen sind und Schäden am menschlichen Erbgut reduzieren.

Matcha Tee für langes Leben
© sitthipong / Fotolia.com

2. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung

Die meisten Japaner sind davon überzeugt, dass die Nahrungsaufnahme mit der richtigen Balance einhergehen sollte. In erster Linie soll der Körper mit den nötigen Nährstoffen versorgt werden, wobei alle Geschmacksrichtungen abgedeckt werden, sodass Heißhunger kaum noch eine Chance hat. Während es bei uns ganz normal ist, unseren Hunger mit rund 30 verschiedenen Lebensmitteln pro Woche zu stillen, sind es in Japan 100. Einbezogen werden gesunde Gemüsesorten, Kräuter und viele Gewürze, die ein langes Leben begünstigen.

3. Setzen Sie Soja, Fisch und Reis auf den Speiseplan

Pro Jahr verzehrt ein Japaner rund 66,3 Kilo Fisch und Meeresfrüchte, während ein Deutscher im Durchschnitt nur auf 14,9 Kilo kommt. Immerhin sind die über 4.000 japanischen Inseln allesamt von Wasser umgeben und versorgen die Bewohner dadurch mit zahlreichen Lebensmitteln wie Kraken, Muscheln, Algen oder Aalen. Die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren sowie das Vitamin D schützen den Körper nicht nur vor Krebs, sondern versorgen diesen auch mit Jod, das sehr wichtig für die Schilddrüse ist. Abwechslung entsteht durch die zahlreichen Zubereitungsarten, denn man kann Fisch bekannterweise nicht nur grillen, sondern auch kochen, einlegen, roh verzehren oder Abends beim Fernsehen zu einem salzigen Sesam-Sardinen-Mix greifen. Neben viel Fisch steht aber auch Reis als zentrales Nahrungsmittel hoch im Kurs. Dieser entwässert den Körper, bringt dank seiner Ballaststoffe den Stoffwechsel in Fahrt und kurbelt somit die Fettverbrennung an.
Die Sojabohne hingegen gilt als Lieferant von ungesättigten Fettsäuren und soll die Haut mit Feuchtigkeit versorgen. Denn wenn man schon ein langes Leben anstrebt, möchte man dabei zumindest gut aussehen.

4. Essen Sie mit Achtsamkeit und genießen Sie jeden Bissen ganz bewusst

Eine japanische Weisheit lautet: „Achte auf das Gehen, während Du gehst, und auf das Sitzen während Du sitzt.“ Und genauso sollte es sich bei der Nahrungsaufnahme auch verhalten. Das Geheimnis besteht darin, sich nicht komplett satt zu essen, sondern übersichtliche Portionen zuzubereiten und diese langsam zu verzehren. Wie praktisch, dass wir mit Stäbchen generell mehr Zeit beim Essen benötigen als etwa mit Gabel und Messer. Der bewusste Verzicht auf Hektik und die alleinige Konzentration auf die Speisen ohne sich dabei mit anderen Dingen wie dem Internet oder dem Fernseher zu beschäftigen, sind eine Schlüsselkomponente für ein langes Leben.

5. Bleiben Sie aktiv

Sich bis ins hohe Alter körperlich zu betätigen gilt in Japan als Ideal. Gerade Menschen, die auf dem Land leben kaufen weniger im Supermarkt ein, sondern betreiben stattdessen eigene Landwirtschaft. Gartenarbeit macht nicht nur glücklich, sondern hält auch fit. Doch auch energetisierende Sportarten wie Qi Gong oder Tai Chi werden nicht nur von Senioren betrieben. Ebenfalls weit verbreitet sind traditionelle Kampfkünste wie Judo, Jiu Jitsu, Karate, Aikido und Kendo. Diese stärken den Körper und bereiten auch den Geist optimal für ein langes Leben vor.

6. Bevorzugen Sie kleine Proportionen und kalorienarme Lebensmittel

Wenn es in Japan schnell gehen muss und man keine Zeit oder Lust hat ein aufwändiges Gericht zu kreieren, dann greift man gerne mal zu Sushi.
Gesunde Zutaten wie frischer Fisch, Reis, Gemüse und Noriblätternmachen die kompakten Reisröllchen zu einer begehrten und fettarmen Spezialität. Serviert wird der trendige Snack mit Sojasauce, Wasabi bzw. grünem Meerrettich und Gari bzw. eingelegtem Ingwer.
Insbesondere die Noriblätter stecken voller gesunder Inhaltsstoffe wie Vitamin A, C, E, B 12 und Zink, die wir für ein langes Leben dringend benötigen.

Sushi
© Lukas Gojda / Fotolia.com

7. Verzichten Sie auf das Fett in der Pfanne

Gemüse und Rindfleisch mit viel Butter und Öl in der Pfanne anbraten? Das mag für den ein oder anderen zwar verlockend klingen, aber leider kommt das viele Fett der Gesundheit nicht gerade zu Gute und behindert ein langes Leben. Eine sinnvolle Alternative ist, es Teigwaren, Fisch oder Gemüse mithilfe von Wasserdampf zu garen. Das hat den Vorteil, dass die Nährstoffe nicht verloren gehen.
Wer auf seine Pfanne nicht verzichten möchte, der ist mit einer beschichteten Wok-Pfanne gut beraten.

8. Ein starker Familienzusammenhalt für ein sorgenfreies und langes Leben

Wer ein langes Leben zum Ziel hat, der weiß, dass Stress diesbezüglich einen der größten Risikofaktoren darstellt. In Japan spielt die Familie eine extrem wichtige Rolle. Viele Senioren verbringen ihre letzten Lebensjahre im behüteten Kreis der Familie. Hier kann man sich vom Alltagsstress erholen und auf die Hilfe in schwierigen Lebenssituationen hoffen.

9. Spiritualität als wichtiger Bestandteil des Lebens

Die religiöse Praxis ist in Japan eine essentielle Säule für ein langes Leben. Dabei geht es nicht um bedingt darum, sich für eine einzige Weltanschauung zu entscheiden, sondern Achtsamkeit zu praktizieren. Ob man nun Shinto-Schreine oder eine buddhistische Beerdigung besucht – in Japan wird Religion eher als Privatsache verstanden.
Im Shintoismus sind drei Jenseitswelten bekannt: die Unterwelt, ein Himmelreich und ein Totenreich, das sich jenseits des Meeres befindet. Vielleicht ist es auch dieser Glaube an ein Leben danach, der viele Japaner dazu veranlasst ein rechtschaffendes und langes Leben zu führen.

Miyajima, Hiroshima, Japan
© SeanPavonePhoto / Fotolia.com

10. Eine gründliche Hygiene ist das A und O

Wer als Tourist in Japan unterwegs ist, der wundert sich nicht selten über Hinweisschilder wie „Bitte duschen Sie zweimal“. Dass Sauberkeit in Japan einen großen Stellenwert hat, erkennt man auch, wenn man vor dem Betreten eines Raumes darum gebeten wird, seine Straßenschuhe gegen Binsenlatschen einzutauschen.
Wenn ein Japaner sich der körperlichen Reinigung widmet, dann tut er dies gerne im Onsen. Dabei handelt es sich um heiße Bäder, in denen Frauen und Männer vollkommen nackt und getrennt nach Geschlechtern baden.
Vor dem eigentlichen Baderitual wäscht man sich mit Hilfe einer Sitzdusche und einem kleinen Eimer so sorgfältig, dass jede Körperfalte und jeder Quadratzentimeter Haut die nötige Zuwendung bekommt.
Erst nachdem man auch den kleinsten Hauch von Schaum vom Körper beseitigt hat, darf man sich in das oftmals über 40 Grad heiße Badewasser begeben. Gerade Ungeübte sollten die Wanne nach spätestens 3 Minuten wieder verlassen, damit der Kreislauf nicht schlappmacht.
Der regelmäßige Besuch der heißen Quellen ist für die meisten Japaner unverzichtbar. Gerne entspannt man dort am Feierabend oder nimmt noch kurz vor dem Schlafengehen ein Bad, weshalb viele Hotels den beliebten Service die ganze Nacht über anbieten.
Auch vor den Toilettensitzen macht der Hygienewahn übrigens keinen Halt. Diese werfen mit ihren zahlreichen Knöpfen oft Fragen auf. Während der eine Schalter die Temperatur des Sitzes regelt, schlägt der andere verschiedene Duschstrahlarten vor und wiederum ein anderer föhnt das Gesäß anschließend trocken. Wem die üblichen Geräusche beim Toilettengang unangenehm sind, der kann diese einfach mit ein wenig Musik übertönen.