Nachhaltiges Grillen




Nachhaltiges Grillen

Grillen macht in der warmen Jahreszeit Spaß und ist Anlass für ein gemütliches Beisammensein. Wie in anderen Bereichen sollte auch beim Grillen das Prinzip der Nachhaltigkeit in Betracht gezogen werden. Nachhaltiges Grillen schont den Geldbeutel, die Umwelt, die Ressourcen, trägt zur Müllvermeidung bei und ist nebenbei auch deutlich gesünder. Was kann man ändern oder anders machen, um nachhaltig zu grillen und gesund zu essen?

Nachhaltiges Grilllen im Garten

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1. Nachhaltiges Grillen beginnt beim Grill

Grundsätzlich sollte jeder auf die Wegwerf-Grills verzichten. Sie werden an Tankstellen, Discountern und Supermärkten angeboten, müssen allerdings nach dem einmaligen Gebrauch weggeworfen werden. Es entsteht Müll und beim Grillen jede Menge Schadstoffe. Ein guter Grill kann über viele Jahre hinweg benutzt werden. Beim Kauf ist also die Qualität des Grills entscheidend. Man muss nicht unbedingt auf den Weber Grill zurückgreifen, ein Blick auf den neuen Lotusgrill oder andere Grills lohnt sich durchaus. Sicher muss bei einem guten Grill mit einer höheren Investition gerechnet werden, die sich allerdings durch den jahrelangen Gebrauch lohnt. Meist benötigt man bei einem guten Grill deutlich weniger Holzkohle

2. Zubehör mit Mehrwert – für nachhaltiges Grillen

Alu-Schalen und Alufolien sind gefährlich für die Gesundheit. Während des Grillens gehen die Metalle in die Lebensmittel über und werden mit verzehrt. Die Alternativen zu den gefährlichen Grillbehältern liegen schon fast auf der Hand. Das Grillgut kann direkt auf den Rost gelegt werden. Dieser lässt sich mit einer speziellen Bürste sehr gut reinigen und durch die Temperatur über der Glut vor dem Grillen, haben Bakterien keine Chance. Es sind spezielle Grillkörbe, Grillgitter, Grillspieße und gusseiserne Pfannen erhältlich, in denen sowohl Fleisch als auch Fisch und Gemüse gegrillt werden können. Grillbretter werden vierundzwanzig Stunden vor dem Grillen in Wasser gelegt und kommen dann auf den Rost. Beim Grillen geben diese, je nach Holzart, einen guten Geschmack an das Grillgut ab. Diese Varianten sind abwaschbar, wiederverwendbar und ermöglichen somit nachhaltiges Grillen.

3. Nachhaltiges Grillen mit heimischer Kohle

Das Zubehör zum nachhaltigen Grillen ist nun vorhanden. Die Grillkohle spielt eine ebenso wichtige Rolle wie das Zubehör. Grundsätzlich sollte nur heimische Grillkohle verwendet werden, bevorzugt von heimischen Buchen. Stammt die Kohle aus fernen Ländern, wie Afrika oder Südamerika, so wurde sie häufig aus illegalen Abholzungen von Regenwäldern hergestellt. Die Regenwälder sind allerdings dringend nötig, um das Klima zu erhalten und weitere Klimaveränderungen zu verhindern. Holzsiegel geben Auskunft über die Qualität der Kohle. Das Siegel FCS steht für „von BUND und NABU empfohlen“. PEDC bedeutet, dass die Kohle vom Landwirtschaftsministerium empfohlen wird und Naturland steht für eine Empfehlung vom BUND. Auch Öko-Test Hinweise lassen auf die Qualität der Kohle schließen. Das Prüfzeichen DIN EN 1860-2 besagt, dass die Kohle nicht aus alten Möbeln oder ähnlichen Dingen hergestellt ist. Zumindest ist bei dieser Kohle nicht mit Rückständen von Lacken, Farben, Holzschutzmitteln und sonstigen Schadstoffen zu rechnen. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Alternativen zur Holzkohle. So kann zum Beispiel mit Weinreben, Kokosnussschalen und Olivenkernen gegrillt werden. Die Olivenkerne fallen als Abfallprodukt bei der Herstellung von Olivenöl an.

4. Nachhaltiges Grillen – natürliches Anzünden des Grills

Nicht nur die Kohle spielt eine Rolle, wenn es ein gesundes Grillvergnügen werden soll. Es empfiehlt sich die Kohle natürlich anzuzünden. Auf dem Markt sind FSC zertifizierte Anzünder aus Holz mit ein wenig Wachs erhältlich. Diese kann jedoch jeder auch selbst herstellen. Die Mulden von leeren Eierschachteln einfach mit Sägespänen füllen und etwas Wachs hinzugeben. Die Mulden voneinander trennen und schon hat man natürlichen Grillanzünder selbst hergestellt. Jede einzelne Mulde dient dann als einzelner Grillanzünder. Für das Wachs können Kerzenreste verwendet werden, die einfach in einem Glas erhitzt werden. Sägespäne sind entweder vom Winterholz vorhanden oder teilweise auch in Schreinereien erhältlich, da sie dort als Abfall gelten. Die chemischen Grillanzünder oder Kaminanzünder enthalten jede Menge Giftstoffe, die beim Verbrennen freigesetzt werden. Und Benzin ist extrem gefährlich und hat schon für manche schweren Verletzungen mit langen Krankenhausaufenthalten gesorgt.

wachsanzĂĽnder fĂĽr nachhaltiges Grillen

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5. Fleisch – nachhaltiges Grillen – weniger ist mehr

Nicht nur bei dem Grill, dem Zubehör, der Kohle und den Anzündern sollte auf Qualität geachtet werden. Das Grillgut spielt eine entscheidende Rolle für nachhaltiges Grillen und gesundes Essen. Bei Fleisch ist weniger eindeutig mehr. Lieber weniger Fleisch und dafür eine gute Bio-Qualität aus artgerechter Tierhaltung als Billigware vom Discounter in rauen Mengen. Bioland, Demeter und Naturland liefern Bio-Fleisch aus artgerechter Tierhaltung und unterstützen somit die Tierhaltung aber auch den Umweltschutz. Billiges Fleisch hat oft lange Wege hinter sich und sorgt für jede Menge schlechte Luft. Teilweise werden auch die lebenden Tiere auf eine lange Reise geschickt. Bei marinierter Ware lässt sich auch der Zustand des Fleisches nicht mehr so ohne weiteres erkennen.

6. Nachhaltiges Grillen – gesund essen und satt werden

Eine ausgezeichnete Alternative zu Fleisch in rauen Mengen ist es Salat zum Grillen zu servieren. Zahlreiche Variationsmöglichkeiten sorgen für Abwechslung und bieten für jeden Geschmack einen Salat. Kartoffelsalat zu Grillwürsten oder ein frisch gegrilltes Knoblauchbrot macht garantiert satt, schmeckt ausgezeichnet und ist zu dem gesund.

7. Vegetarisch oder vegan grillen – nachhaltiges Grillen

Auf Fleisch kann sehr gut verzichtet werden. Mittlerweile sind zahlreiche vegetarische und sogar vegane Grillwürste erhältlich. Gemüse vom Grill schmeckt ebenfalls hervorragend. Auberginen, Zucchini, Paprika, Tomaten und Maiskolben bieten eine fantastische Abwechslung. Das Gemüse mit Sonnenblumenöl und Gewürzen einstreichen und leckere Dips aus Frischkäse, Quark oder Joghurt servieren. In feuerfesten Behältern lassen sich feine Champigonpfännchen auf dem Grill machen. Kartoffeln mit ein wenig Öl und Rosmarin in einer Pfanne oder einem Grillblech geröstet und mit Sourcreme serviert, ein echter Genuss für Grillfreunde. Den Möglichkeiten zu grillen und auf Fleisch zu verzichten sind keine Grenzen gesetzt. Bei den Saucen sollte man ebenfalls auf Bio-Qualität achten, wenn auf nachhaltiges Grillen und gesundes Essen wert gelegt wird. Zwergenwiese, Byodo, Lebensbaum und einige andere bieten Bio-Saucen in unterschiedlichen Würzrichtungen an.

Nachhaltiges Grillen

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8. Nachhaltiges Grillen – nach Möglichkeit sollte kein Müll entstehen

Der Verzicht auf Plastik- und Einweggeschirr, Plastikbecher, Alufolie und Alu-Schalen vermeidet schon jede Menge Müll. Am besten ist Porzellangeschirr und normales Besteck. Für ein Grill-Picknick können Teller aus gepressten Palmblättern genutzt werden. Die sind mehrfach verwendbar und biologisch abbaubar. Bereits beim Einkauf macht es sich bezahlt auf Produkte zurückzugreifen, die nicht verpackt sind. Müllberge werden vermieden, die Umwelt geschont und durch nachhaltiges Grillen ein gesundes Essen ohne Schadstoffe gezaubert.

9. Vorsicht und RĂĽcksicht beim Grillen

Viele Nachbarschaftsstreits entstehen durch das Grillen. Der Grill qualmt, zufällig hängt die Wäsche des Nachbarn draußen auf der Leine oder er mag einfach den Qualm nicht. Hier ist Rücksicht und Respekt jedes Einzelnen gefragt. Vermutlich findet das niemand lustig, außer er grillt gerade selbst. Und selbst dann sind diese Rauchschwaden gesundheits- und umweltschädigend. Also richtig Grillen, die Nachbarn informieren oder am besten einladen. Auch die Brandgefahr darf man nicht aus dem Auge verlieren. Zu besonders trockenen Zeiten reicht bereits ein Funke, um einen Großbrand auszulösen. Und wenn man fertig ist mit grillen, dauert es noch eine ganze Weile, bis das Feuer wirklich aus und keine Glut mehr vorhanden ist. Städte weisen Gebiete, in denen gegrillt werden darf meistens aus. Selbstverständlich ist eigentlich, dass man den Müll ordentlich entsorgt, falls Müll angefallen ist. Schließlich möchte jeder einen sauberen Platz zum Grillen vorfinden und keine Mülldeponie.

Ginger Ale oder Kombucha

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10. Nachhaltiges Grillen mit den richtigen Getränken abrunden

Viele Biere sind mit Glyphosat belastet, das ist gesundheitsschädlich. Wie überall ist auch hier Bio-Qualität empfehlenswert. Dies gilt für Bier, Wein und alle anderen Getränke.

Fazit

Nachhaltiges Grillen schont die Umwelt, den Geldbeutel und unterstützt gesundes Essen. Abwechslung gibt es für alle Grillfans. Fleisch, Wurst, Gemüse und Salate bieten jede Menge Kombinationsmöglichkeiten.

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