10 Tipps gegen Schimmel




10 Tipps um Schimmel effektiv zu bekämpfen

Kaum eine Wohnung oder ein Haus ist vor Schimmelbefall sicher. Überall wo die fadenförmigen Zellen eine geeignete Umgebung finden, lassen sie sich nieder. Der Pilz verbreitet sich durch die Luft und kann gerade bei Allergikern zu Problemen führen. Im Allgemeinen ist für die Ausbreitung von Schimmel eine ausreichende Menge Feuchtigkeit nötig. Zudem ernährt er sich von organischen Materialien und benötigt Fett, Proteine und Kohlenhydrate. Um zu wachsen, braucht ein Schimmelpilz also eine feuchte Umgebung und organische Materie als Nahrung.
Am effektivsten ist es, dem Pilz überhaupt keinen Platz zu bieten. Hierzu gibt es 10 Empfehlungen, die jeder anwenden kann, um die eigenen vier Wände vor Schimmel zu schützen.
Frau entdeckt schwarzen Schimmel

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1. Gerade feuchte Räume bieten Nährboden

In Räumen, wie der Küche, dem Badezimmer und dem Schlafzimmer ist es üblicherweise sehr feucht. Hier findet Schimmel gute Bedingung, um sich anzusiedeln. Der warme Dampf kühlt an Kacheln, Außenwänden oder Fensteranschlüssen ab und prädestiniert diese Bereiche für die Ansiedlung der Sporen. Gerade an der Duschtasse setzt sich der Schimmel auf den Fugen an. Hier kann mit handelsüblichen Reinigungsmitteln gesäubert werden, oder bei großflächigerem Befall, eine Sanierung der Fugen Abhilfe schaffen. Bei Letzterem ist ein Einsatz von Antischimmel-Zusätzen für den Fugenmörtel hilfreich. Allerdings sollte eine Überprüfung durch einen Fachmann statt finden. Denn nicht in allen Fällen ist nachlässiges Lüften schuld am Schimmelbefall. Nicht minder selten ist ein Rohr undicht oder gibt es Mängel in der Baukonstruktion.

2. Schimmelbefall an Tapeten

Gerade in den Wohnräumen kommt es vor, dass sich Schimmel hinter Möbeln oder in Ecken bildet. Am Besten ist es, die Möbel von Anfang an wenige Zentimeter von der Wand entfernt aufzustellen. So wird ein Austausch der feuchten Luft zwischen Einrichtung und Mauerwerk gewährleistet. Ist bereits Schimmel in die Struktur der Tapete eingedrungen, sollte dieser mit einer Alkohollösung entfernt werden. Alkohol verdampft, sodass keine Feuchtigkeit in den Tapeten oder auf dem Untergrund zurückbleibt. Hilft diese Lösung nicht, muss der eigentlichen Ursache des Schimmelbefalls auf den Grund gegangen werden. Hierfür sollte die gesamte Tapete des Raumes entfernt und die darunter liegende Struktur begutachtet werden.

Haus mit Zettel und richtiges Lüften im Winter gegen Schimmel

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3. Auf richtiges Lüften kommt es an

Optimal ist, vier Mal am Tag bei offenem Fenster zu lüften. Gekippte Fenster sorgen nicht für genug Luftaustausch. Dabei die Heizung abdrehen und etwas auskühlen, um beim Lüften für gute Bedingungen zu sorgen. Das spart Energie und sorgt für einen ungehinderten Luftaustausch. Hier ist bevorzugt die Querlüftung die beste Variante. Es sind dabei die Fenster geöffnet, die sich gegenüberliegen. Dadurch ist die Raumluft besonders schnell und effektiv getauscht. Das Deutsche Institut für Normung (DIN) empfiehlt, je 30 Minuten zu lüften um Schimmel vorzubeugen. In den kalten Wintermonaten reichen 5 bis 10 Minuten. Dies ist eine reine Orientierungshilfe, da die Luftfeuchtigkeit zwischen 35 % und maximal 60 % liegen sollte. Einen genauen Aufschluss über die Feuchtigkeit innerhalb der Wohnung gibt ein Hygrometer, welches für 10 – 20 Euro günstig erworben werden kann.

schaubild lüften

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4. Schimmelbildung auf Holzflächen oder Holzbalken

Auf Holz fühlt sich der Pilz sehr wohl. Dieses bietet ihm Nahrung und einen guten Nährboden, um zu wachsen. Über die Sporen kann er sich bestens verbreiten. Hier empfiehlt es sich die betroffenen Stellen, unter Einhaltung von Maßnahmen zur Sicherheit wie Atemschutzmaske, abzuschleifen und neu zu versiegeln. Wenn abschleifen keine Option ist, kann auch eine Wasserstoffperoxid Lösung versucht werden. Diese sollte vorher an einer unauffälligen Stelle getestet werden, um eine Veränderung des Materials zu überprüfen. Hat der Schimmel auf Spanplatten oder Holzfaserplatten übergegriffen, müssen diese komplett entsorgt und erneuert werden. Aufgrund der strukturellen Zusammensetzung ist eine erfolgreiche Bekämpfung des Befalls nicht mehr möglich. Wichtig ist gerade bei Holz, dass es holzzerstörende Pilze gibt, die in kurzer Zeit großen Schaden anrichten können. Hier sollte ein Fachmann zurate gezogen werden, der die Baukonstruktion überprüft.

5. Schimmelpilz und Stockflecken auf Textilien

Haben sich Schimmelsporen in Textilien oder Polstern festgesetzt, ist es gerade bei nicht waschmaschinentauglichen, oder zu großen Stücken schwierig. Hier sollte die betroffene Stelle mit Wasser befeuchtet werden, um den Befall mit einer Ammoniaklösung abzutragen. Stockflecken lassen sich mit Chlorbleiche entfernen, wobei auch hier ein Test an einer unauffälligen Stelle durchgeführt werden sollte. Bei waschbaren Textilien hilft es, das Teil vor dem Waschen in einem Chlorbad einzuweichen und anschließend in der Waschmaschine zu waschen. Dies sollte drei bis vier Mal wiederholt werden. Gleiches gilt für Stoffe oder Bezüge, an denen zwar kein Schimmel zu sehen ist, aber dessen Geruch bereits wahrgenommen werden kann. Zudem hat sich im Laufe der Jahre der Einsatz von Essig oder Zitronensaft bewährt, um Schimmelflecken aus diversen Textilien zu bekommen. Haben sich die Sporen in Matratzen festgesetzt, empfiehlt sich dringen eine Neuanschaffung. Ist dies aus geldlichen Gründen nicht möglich, wird der Überzug in der Waschmaschine gewaschen und die Matratze mit einem Bleichmittel gereinigt. Danach wird beides optimalerweise sonnen getrocknet.

6. Heizung nie ganz ausschalten

Gerade für Menschen, die in einer kalten, feuchten Umgebung leben oder im Winter viel unterwegs sind, empfiehlt es sich die Heizungen nie ganz abzudrehen. Dadurch kühlen die Räume nicht aus und es bildet sich kein Kondenswasser, das sich an Fensterrahmen, in Ecken oder hinter Möbeln festsetzt, und Schimmelbefall begünstigt. Zudem wird Energie gespart, da eine permanente Durchschnittstemperatur günstiger ist, als ständiges Einheizen und Abkühlen. Hier sollte die Temperatur nie unter 16 Grad fallen, um einer Bildung von Tauwasser und somit Schimmelpilz vorzubeugen.

Mann stellt Heizung richtig ein

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7. Ausreichend lüften bei Dampfentwicklung

Beim Kochen, Braten oder Duschen kommt es zu einer sehr großen Entwicklung von Feuchtigkeit. Optimal ist es in solchen Räumen die Tür zu schließen, damit der Wasserdampf sich nicht auf die anliegenden Räume verteilt, und ausgiebig zu lüften. Ist in entsprechenden Räumen kein Fenster verbaut, wird der Dampf über den kürzesten Weg abgeleitet. Alle Zimmer sollten hierbei verschlossen sein, sodass der größtmögliche Teil des Wasserdampfes hinausgelangt und sich nicht anderenorts absetzt.

8. Chemische Schimmelvernichter mit bedacht einsetzten

Schimmelbefall kann mit chemischen Schimmelvernichtern bekämpft werden. Hier ist allerdings darauf zu achten, dass es mit diesen nicht übertrieben wird. Zum einen sind die chemischen Mittel oft gefährlich in der Handhabung, zum Anderen können die Inhaltsstoffe, wie im Fall von Chlorbleiche die Atemwege reizen. Gerade Menschen mit Allergien und Atemwegsbeschwerden sollten beim Einsatz solcher Vernichter achtsam sein, während der Nutzung ausgiebig für Frischluft sorgen und allgemein Vorsicht walten lassen. Zudem besteht die Gefahr, dass durch den stetigen Einsatz von Schimmelvernichtern die eigentliche Ursache des Schimmelbefalls gar nicht wahrgenommen wird. Hier werden dann entsprechend die Symptome und nicht die Ursachen bekämpft. Eine Alternative bietet ein ökologischer Schimmelvernichter. Auch hier ist auf eine sachgemäße Handhabung zu achten.

9. Keine nasse und feuchte Wäsche in der Wohnung trocknen

Am Besten wäre es, gewaschene oder feuchte Wäsche nicht in der Wohnung zu trocknen. Vorzugsweise sollte sie in den dafür vorgesehenen Kellerräumen oder draußen, an der frischen Luft getrocknet werden, da sonst innerhalb der Wohnung die Feuchtigkeit rapide ansteigt. Ab ca 60 % Luftfeuchtigkeit fühlt sich Schimmelpilz besonders wohl und findet entsprechend Nährboden. Ist es nicht möglich, die Wäsche anderenorts als in den eigen vier Wänden zu trocknen, ist auf eine permanente Lüftung zu achten. Damit ist ein Ableiten der entstehenden Feuchtigkeit gewährleistet. Zudem ist darauf zu achten, die Heizung nicht ganz abzudrehen, um ein festsetzten der Wasserstoffpartikel an den Ecken oder Fenstern der Räume zu vermeiden.

10. Luftqualität und Luftfeuchtigkeit regelmäßig überprüfen

Wichtig im Zusammenhang mit Schimmel ist die Qualität der Raumluft und die Menge der darin enthaltenen Feuchtigkeit. Subjektiv lässt sich beides schwer bestimmen und so fällt oft erst verspätet auf, dass gelüftet werden muss. Hierbei kann ein Hygrometer helfen. Dieses Messinstrument bestimmt die Luftfeuchtigkeit innerhalb eines Raumes. Es sollte also in den Räumen aufgestellt werden, die gesonderte Überwachung benötigen, oder in denen ein Anstieg der Feuchtigkeit, erwartet werden kann. Sollten mehrere Räume anfällig für Schimmelbefall sein, ist es ratsam, mehrere Geräte aufzustellen. Darüber hinaus kann die einfache Weckerfunktion der gängigen Smartphones eine simple aber effektive Hilfe sein, um uns an das Lüften zu erinnern.

Zusammenfassend betrachtet ist Schimmel im Haus oder in der Wohnung zwar ärgerlich, mit diesen einfachen Tipps und Tricks aber gut in den Griff zu bekommen. Wichtig ist grundsätzlich die Quelle der Feuchtigkeit zu finden. Denn ohne diese, befindet man sich immer in einem Kreislauf des Beseitigens und neu Entdeckens, ohne einer Lösung näherzukommen. Sollte ein Schimmelpilz einfach nicht verschwinden und allen Maßnahmen zum Trotz immer wiederkehren, muss ein Fachmann zugezogen werden. Dieser kann die Ursache genauesten lokalisieren und Lösungen aufzeigen. Zudem kann nur dieser auch feststellen, ob alle Stoffwechselprodukte des Pilzbefalls entfernt wurden.

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