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10 Tipps für weniger Plastik im Alltag




10 Tipps, um Plastik im Alltag auf ein Minimum zu reduzieren

500 Jahre. Das ist der Zeitraum der durchschnittlich vergeht bis eine Plastiktüte oder auch andere Gegenstände aus Plastik komplett verrottet sind. In der Theorie bedeutet dies, dass eine einzige Plastiktüte innerhalb einer Familie gleich an mehrere Generationen weitergegeben werden kann. Wer es gar nicht erst soweit kommen lassen möchte findet mit den nun folgenden 10 Tipps eine erste Basis das Leben von zu viel Plastikmüll zu befreien.

Plastikmüll im Meer

© Jürgen Fälchle / Fotolia.com

1. Den Müll nicht länger in Plastiktüten verpacken

Wer daran denkt Plastik im Alltag zu reduzieren, denkt dabei nur selten auch an Mülltüten aus Plastik. Diese sind in so gut wie allen Haushalten zu finden und helfen somit den jährlichen Bergen aus Verpackungsmüll nochmals die Krone aufzusetzen. Es gibt jedoch keinen Zwang den Müll für die Tonne zu verpacken. Kurz unter dem Wasserhahn gereinigte Kunststoffverpackungen können leicht auch ohne Beutel in den Mülleimer in der Küche gesteckt werden. Für Biomüll stehen dagegen bereits seit längeren handliche Beutel aus Papier bereit. Dieses ist biologisch abbaubar und kann somit ganz einfach in der Mülltonne für Bioabfälle mit entsorgt werden.

2. Frisches Obst und Gemüse wieder im Einkaufskorb transportieren

Im Handel erhalten die kleinen Plastikbeutel zum Verpacken von losem Obst und Gemüse oftmals den niedlichen Beinamen Hemdchenbeutel. In der Realität ist mit diesen Beuteln jedoch ein herber Beigeschmack für die Umwelt verbunden. Denn einmal Zuhause angekommen gehören diese Beutel zu den ersten Gegenständen die nach dem Einkauf den Weg in die Mülltonne finden. Alternativen bieten dagegen eigene Verpackungen zum Transport. Am besten geeignet ist nach wie vor der Einkaufskorb aus natürlichen Materialien aus geflochtener Weide oder Bambus. Einige Supermärkte sind zudem dazu übergegangen Obst und Gemüse direkt an der Kasse auszuwiegen. Dadurch ist es sehr unkompliziert etwa drei Äpfel auf das Kassenband zu legen und diese ohne zusätzliche Verpackung abzuwiegen. Da Obst und Gemüse nach dem Kauf und vor dem Verzehr generell noch einmal geschält oder unter fließendem Wasser gereinigt werden sollte, ist auch die Hygiene kein Grund nicht nach Alternativen zu den klassischen Hemdchenbeuteln Ausschau zu halten.

3. Alternativen Verpackungen im Supermarkt den Vorzug geben

Ein wahres Paradies für Plastik ist der Supermarkt. Vom Joghurt bis zu Fleisch ist für die Hersteller Verpackungen aus Plastik noch immer die erste Wahl. Jedoch zeigt auch die Nachfrage der Verbraucher nach alternativen Verpackungen bereits Wirkung. Nudeln werden zum Beispiel häufiger in Verpackungen aus Karton angeboten. Bereits nach kurzer Zeit fällt es nicht mehr schwer diese Verpackungen in einem gut gefüllten Supermarktregal zu erkennen und gezielt zuzugreifen. Wem dies noch nicht reicht, sollte in den in fast allen Großstädten zu findenden Plastiklosen Supermärkten einkaufen. Hier können Nudeln, Reis und viele weitere Lebensmittel selbst abgewogen und verpackt werden. Gleichzeitig schrumpft der Verpackungsmüll im Haushalt um ein Vielfaches.

Zero Waste Shop, abfüllen von Lebensmittel in Mehrweg Beutel am Spender

© Werner / Fotolia.com

4. Die Inhaltsstoffe von Kosmetik und Pflegeprodukten genau studieren

Das in vielen Kosmetikprodukten künstliche Zusatzstoffe enthalten sind, dürfte für viele Menschen keine Überraschung mehr sein. Das auch Plastik zu den Inhaltsstoffen zählt dagegen schon. Von der Zahnpasta bis zum Peeling für die Haut wird einigen Produkten Mikroplastik beigemischt. Dieses soll Hautschüppchen oder auch Zahnbeläge leichter lösen. Leider gelangen diese beim Abspülen von der Haust oder dem Ausspülen des Mundes in den Wasserkreislauf. Dort werden diese von Fischen oder anderen Wasserbewohnern verschluckt und tragen somit entscheidend dazu bei Flüsse und Ozeane noch zusätzlich mit Plastikmüll zu belasten. Der erste Blick vor einem Kauf sollte daher den Inhaltsstoffen eines Produktes gelten. Finden sich dort Begriffe die mit „Poly“ beginnen ist dies ein sicheres Anzeichen darin Mikroplastik zu finden. Alternative Produkte zur Schönheitspflege sind ebenso schnell in jeder Drogerie zu finden oder mit wenig Aufwand einfach selbst hergestellt.

5. Plastiktüten mit geringem Aufwand aus dem Alltag verbannen

Plastiktüten waren für viele Jahre der Inbegriff für einen praktischen Transport. Allein in Deutschland werden jedes Jahr Milliarden von Plastiktüten vom Handel im Umlauf gebracht. Verwendet werden diese dagegen häufig nur einmal. Eine Alternative bieten Stoffbeutel. Diese erweisen sich im Alltag als sehr strapazierfähig und lassen sich bei Flecken und anderen Verschmutzungen unkompliziert in der Waschmaschine reinigen. In den letzten Jahren haben sich zudem faltbare Stoffbeutel zu einem Verkaufsschlager entwickelt. Diese sind zusammengefaltet nicht größer als ein Mobiltelefon und passen somit in jede Hosentasche. Eine zweite Alternative bieten Rucksäcke für den Einkauf. Praktisch sind diese ebenfalls für alle die bevorzugt mit dem Fahrrad die Dinge des täglichen Gebrauchs einkaufen gehen. Wer jetzt einmal die 10 oder 20 Cent pro Tüte bedenkt, kann mit der zusätzlichen Ersparnis schnell ein Plus in der Haushaltskasse entdecken.

Plastik Abfall vermeiden

© Maksim Shebeko / Fotolia.com

6. Nicht zu vorschnell bei vermeintlichem Bioplastik zugreifen

Der Begriff Bioplastik hat in der letzten Zeit viele Menschen dazu verleitet weiterhin Taschen und andere Verpackungen aus Kunststoffen zu kaufen. Was stimmt, ist das diese Beutel oft mehrfach oder sogar für viele Jahre für Einkäufe und Co verwendet werden können. Zudem lassen sich diese leicht reinigen was es nicht erforderlich macht diese vorschnell zu entsorgen. Nicht wahr ist dagegen der Mythos das diese Taschen leichter verrotten. Vielmehr gibt das Wort Bio Aufschluss über die verwendeten Materialien zur Herstellung. Diese müssen zu 90 % auch nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Zum Abbau von Bioplastik werden dagegen noch weitere Faktoren wie etwa große Hitze, Wasser oder auch die entsprechenden Bakterien benötigt. Werden die Taschen dem Recycling zugeführt fehlen diese Einflüsse oft, was den Abbau wesentlich erschwert.

7. Gezielt den günstigen Plastikschnäppchen aus dem Weg gehen

Jeder kennt die günstigen Schnäppchen aus dem Supermarkt bei denen etwas Küchenutensilien für einen oder auch zwei Euro angeboten werden. Was sich vor Ort durchaus als günstig und praktisch erweist, ist im Alltag angekommen oft nicht, was es auf den ersten Blick verspricht. Denn Plastikschüsseln und Co erfordern durchaus eine vorsichtige Handhabung. Als Nudelsieb zeigen sich beim Kontakt mit heißem Wasser schnell die ersten Gebrauchsspuren und auch das Schneiden in den Schüsseln lassen deren Nachteile sehr deutlich zutage treten. Daher werden diese Produkte in der Regel deutlich schneller entsorgt als Gegenstände aus anderen Materialien. Wer sich Zeit und Nerven sparen möchte, sollte diese Angebote ignorieren und nur wenige Meter weiter in der Haushaltswarenabteilung Schüsseln, Schneidbretter und Co aus Metall oder natürlichen Materialien wie Holz bevorzugen. Diese erlauben eine Verwendung über viele Jahre und Jahrzehnte und helfen somit ohne große Mühe mehr Nachhaltigkeit in den Alltag zu integrieren.

8. Auch bei Snacks unterwegs immer vorbereitet sein

Von der Currywurst bis zum Eisbecher ist einmal benutztes Besteck aus Plastik zu einem festen Teil des Alltags geworden. Eine Verpflichtung dieses zum Verspeisen der schnellen Snacks zu verwenden gibt es jedoch nicht. In jeder Tasche finden sich mittlerweile zahlreiche Fächer. In einem dieser Fächer können neben Smartphone oder Geldbörse auch Besteck einen festen Platz finden. Einmal benutzt werden Gabeln oder Löffel einfach in ein Taschentuch gewickelt und schon ist die Tasche vor Verschmutzungen sicher. Als sehr praktisch erweisen sich auch mehrfach zu nutzende to go Becher für Kaffee oder andere Getränke. Diese werden mittlerweile von jeder Kaffeehauskette oder Bäckerei akzeptiert. Einige geben die Ersparnis für den Kauf eigener Becher sogar an die Kunden weiter und gewähren Käufern mit eigenem Becher einen kleinen Preisnachlass. Wer sich jetzt die Mühe macht die Menge an einmal genutztem Besteck oder Bechern aufs Jahr betrachtet hochzurechnen merkt schnell das sich dieser geringe Aufwand für die Umwelt bereits nach wenigen Monaten deutlich bezahlt macht.

9. Von Einweg auf Mehrweg umsteigen

PET Flaschen die angeblich den Geldbeutel und die Umwelt entlasten sollen werden mittlerweile sehr viel kritischer betrachtet. Denn jede dieser Getränkeverpackungen wird tatsächlich nur einmal verwendet. Danach werden diese oft noch bei der Rückgabe im Handel gepresst und im Anschluss der Verwertung zugeführt. Der Anteil an Materialien die schlussendlich wirklich wiederverwendet werden ist jedoch geringer als es viele Verbraucher für möglich halten. Zudem benötigt es bis zu 450 Jahre bis eine einzige PET Flasche verrottet ist. Besser ist es daher Getränken aus dem Mehrwegsortiment den Vorzug zu geben. Dieser werden nach der Rückgabe hygienisch gereinigt und im Anschluss wiederverwendet. Bei Milch ist es unkompliziert auf Glasflaschen umzusteigen und auch hier der Umwelt etwas Gutes zu tun.

glasflasche oder plastikflasche?

© contrastwerkstatt / Fotolia.com

10. Plastikmüll kreativ zu einem neuen Verwendungszweck verhelfen

Selbst mit den besten Vorsätzen ist es nur sehr schwer möglich Plastik ganz aus dem Alltag zu verbannen. Mit einer kreativen Ader und etwas Bastelmaterialien lassen sich jedoch einige Verpackungen vor der Tonne schützen und nochmals verwenden. Ein gutes Beispiel sind Flaschen ohne Pfand. In diesen können nach dem Abschneiden des Flaschenhalses zum Beispiel Blumen und Stifte gestellt oder auch Kräuter auf der Fensterbank gezüchtet werden. Ziel ist es den Kauf neuer Gegenstände aus Plastik zu vermeiden und stattdessen lieber einen anderen Blick auf bereits im Haushalt befindliche Plastikartikel zu erhalten.

Fazit

Plastik wird auch in den nächsten Jahren nicht aus dem Alltag verschwinden, so lange es den Händlern weiterhin so einfach gemacht wird wie bisher. Erst sinkende Absatzzahlen und einbrechende Gewinne läuten bei vielen Händlern ein Umdenken ein. Erreicht wird dies bereits mit den hier gezeigten 10 Entscheidungen im Alltag. Diese bedeutet für den Einzelnen zudem entweder nur geringe oder auch gar keine Einschränkungen, während ein Blick auf die Umwelt und Weltmeere beweist, dass auch kleine Entscheidungen im Alltag große positive Veränderungen nach sich ziehen können.

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